Samstag, 23. Januar 2016

Tagesheilige mit kuriosem Namen: Lüfthild

Heute früh beim Blick in den liturgischen Kalender fand ich einen Namen, der mir so gar nichts sagte.
Lüfthild klingt auch recht ulkig und ich nahm mir vor, etwas mehr über diese Heilige zu erfahren.
Und siehe da, sie ist sogar eine Lokalheilige aus dem Rheinland.
Der nach ihr benannte Ort - Lüftelberg bei Meckenheim - hieß früher nur Berg.
Lüfthild oder auch Lüfthildis oder Liuthildis war im 9. Jahrhundert die Tochter des Burgherren von Berg. Ihre Mildtätigkeit stieß nicht bei allen Familienmitgliedern auf Gegenliebe, doch kümmerte sie sich trotz Kritik um die Armen und Kranken.
Sogar Karl den Großen soll sie einmal gerettet haben, als er einen Jagdunfall hatte. Irgendwas hat sie da mit ihrer silbernen Spindel gemacht, mit der sie auch immer dargestellt wird.
Als sich der örtliche Adel um Gebietszuständigkeiten kabbelte, soll sie eingegriffen haben und mit eben dieser Spindel die Grenzen markiert haben - und das zur allgemeinen Zufriedenheit. Im Weiterschreiten tat sich dabei hinter ihr ein Graben auf, den man noch heute bestaunen kann, der Lüfthildis-Graben im Kottenforst.


Staffel(Kesseling)St.Lüfthildis473
Von ihrer missgünstigen Stiefmutter misshandelt , zog Lüfthildis aus und lebte fortan als Einsiedlerin. Ihre Lebensgeschichte ist jedoch leider nur bruchstückhaft in einer Schrift aus dem 14. Jahrhundert zu finden. Einige Legenden, die sich um sie ranken, erinnern auch eher an Elisabeth von Thüringen.
Kopf- und Ohrenleiden soll sie jedenfalls kuriert haben, indem sie die Menschen an der kranken Stelle mit ihrer Spindel berührt hat.
Erstmals erwähnt wird sie bei Cäsarius von Heisterbach (und die Klosterruine Heisterbach ist übrigens ein sehr nettes Ausflugsziel) im Jahre 1222.

Lüfthildis' Patronat umfasst Augen- , Kopf- und Ohrenleidende, weiteren Quellen zufolge auch Opfer von Kindesmisshandlung und Obdachlose.
Dargestellt wird sie als junge Frau mit einer Spindel, Blüten, Ginsterrute und einem Kirchenmodell.

Gestorben ist sie vermutlich an einem 23. Januar und ihr heutiger Gedenktag wird auch Winterlüfthildis genannt. Ihr Grab befindet sich in der Kirche St. Petrus in Lüftelberg. Hier finden auch jedes Jahr die Lüfthildis-Mysterienspiele statt.

Hier habe ich noch einen sehr interessanten Artikel gefunden, der Parallelen zu Frau Holle zieht.

Kommentare:

  1. einen schönen guten Morgen,
    sehr interessant, danke,
    und liebe Grüße
    Hermine

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  2. Freut mich, dass es Dir gefallen hat =)
    Liebe Grüße zurück =)

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  3. Interessante Dame...Danke für diesen Artikel und das Verlinken des "Kraftorte " -Artikels.

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    1. Danke DIR. :)
      Den Kraftortartikel fand ich sehr interessant.

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