Heute ist der Festtag der heiligen Scholastika von Nursia. Grund genug dafür, dass ich mich über diese Heilige ein bisschen schlau mache und schaue, wessen Gedenktag der heutige Aschermittwoch ist.
Auf dem Bild hier ist sie ganz rechts zu sehen, als Nonne an der Seite ihres Bruders, St. Benedikt von Nursia.
Geboren wurde Scholastika um das Jahr 480 herum in Nursia, dem heutigen Norcia in Umbrien. Leider gibt es keinerlei historische Zeugnisse ihres Lebens, einzig in der Vita des hl. Benedikt im zweiten Buch der Dialoge Gregors des Großen findet sie Erwähnung. Gregor beschreibt sie als Frau mit den Gaben des wundertätigen Gebetes und der vollkommenen Gottesliebe. Woher er, der nach ihrem Tod geboren wurde, von ihr wusste und ob ihm Zeugnisse vorlagen, die im Laufe der Zeit verloren gingen, weiß ich leider nicht. Historiker bezweifeln ihre Existenz und sehen sie eher als Sinnbild der Caritas.
Es heißt in der Vita, sie sei von Kind an Gott geweiht gewesen und habe zunächst im Kloster Subiaco, danach in Plombariola bei Montecassiono gelebt. Ihren Bruder (vielleicht sogar Zwillingsbruder) traf sie einmal im Jahr etwas entfernt von seinem Kloster in einem dazugehörigen Gutshaus. Hier sollen sie gemeinsam den Tag in Gespräch und Gebet verbracht haben.
Bei ihrem letzten Treffen bat sie ihren Bruder, doch noch etwas länger zu bleiben, um die Diskussion (es ging um die Freuden des Himmels) fortzusetzen. Benedikt lehnte zunächst ab, da dies gegen seine Klosterregeln verstoßen hätte, woraufhin Scholastika um Regen betete.
Ein bisschen Regen hätte ihn vermutlich nicht abgehalten, heim in sein Kloster zu gehen, doch auf ihr Gebet hin erhob sich ein gewaltiges Unwetter, so dass er nicht wegkonnte und sie bis zum Morgen miteinander reden konnten, wie Scholastika es sich gewünscht hatte. Gregor der Große schreibt hierzu: "Jene vermochte mehr, weil sie mehr liebte."
Drei Tage nach diesem Treffen starb Scholastika (um 542/43 bei Montecassino) - es heißt, Benedikt habe ihre Seele in Gestalt einer Taube zum Himmel aufsteigen sehen. Benedikt holte seine Schwester zu sich in sein Kloster und ließ sie in seinem eigenen Grab beisetzen, in das er ihr 547 nachfolgte.
Ihre Reliquien sollen in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts nach Le Mans überführt worden sein, als die von Benedikt an Fleury gingen. 873 dann wurden sie nach Juvigny-sur-Loiso gebracht. 1944, bei der dritten Zerstörung Montecassinos, soll das Doppelgrab Scholastikas und Benedikts entdeckt worden sein.
Pietro Perugino: Bild (Kopie), nach 1451, in der Sakristei der Kirche S. Pietro in Perugia
Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon
Heute ist der Tag des Heiligen Blasius.
Blasius lebte im 3. und 4. Jahrhundert und war eigentlich Arzt in Sebaste, das heute Sivas heißt und im Nordosten der Türkei liegt.
Er war ein sehr beliebter, hilfsbereiter und gütiger Mann, was ihm schließlich die Wahl zum Bischof einbrachte.
Wie so viele musste er vor der Christenverfolgung durch Kaiser Lucinius fliehen (oder vielleicht eher doch Diokletian), wobei es ihn ins argeische Gebirge (Argos ist eine vor 5000 Jahren gegründete griechische Stadt im Peloponnes) verschlug und er dort in einer Höhle Unterschlupf fand. Auch dort machte er Gebrauch von seiner legendären Heilkraft, indem er sich um die Tiere des Waldes kümmerte, sie segnete und ihnen half, wenn sie krank waren und sie aus Fallen befreite. Die Vögel brachten ihm Nahrung und er soll von Löwen, Tigern und Bären bewacht worden sein und von der Höhle aus sein Bistum geleitet haben.
Eines Tages wurde er dort von einer Jagdgesellschaft entdeckt, die nichts besseres zu tun hatte, als ihn gefangenzunehmen. Es heißt nämlich, dass die Jäger kein Wild mehr finden konnten, weil sich alle Tiere zu Blasius geflüchtet hatten.
Agricola, der Stadthalter, ließ ihn foltern, damit er seinem Glauben abschwören möge. Erfolglos - und hierum ranken sich allerlei wundersame Legenden.
Im Gefängnis, in das man ihn dann warf, soll er durch sein Gebet einem jungen Mann das Leben gerettet haben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte.
Das alles half ihm jedoch nicht, seiner Hinrichtung zu entgehen. Bevor man ihn enthauptete, betete er darum, dass alle, die ein Übel an der Kehle oder sonst ein Siechtum hätten, erhört werden mögen, wenn sie in seinem Namen um Gesundung bäten.
Von daher gibt es auch heute noch den Blasiussegen.
Schon seit dem 16. Jahrhundert ist er ein fester Segensbrauch im liturgischen Jahr. Hierbei hält der Priester nach der Messe am 3. Februar zwei überkreuzte Kerzen in der Hand und hält sie vor den Gläubigen. Dabei spricht er:
Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheiten und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Oft wird der Segen auch am Tag zuvor, an Lichtmess, gespendet oder am darauffolgenden Sonntag.
Holzstich aus dem Buch Legende von den lieben Heiligen Gottes (1863)
Saint Brigid of Kildare (c. 451–525) oder Brigid of Ireland (auch bekannt als Brigit, Bridget, Bridgit, Bríd oder Bride; im Irischen Naomh Bríd) ist neben Saint Patrick und Saint Columba Schutzheilige Irlands.
Ihr
Festtag ist der 1. Februar oder Lichtmess - wie auch bei der Göttin
Bride - dem traditionell ersten Frühlingstag in Irland.
Der Überlieferung nach wurde Brigid um das Jahr 451 in Faughart bei Dundalk, County Louth in Irland geboren. Ihr Vater war Dubhthach, der Chieftain von Leinster, der dem Alten Glauben anhing, ihre Mutter Bocca, eine christliche Piktin, die sich von Patrick
hatte taufen lassen. Als Brigid geboren wurde, soll aus ihrer Stirn
heraus ein gewaltiger Lichtstrahl geschossen sein, der das ganze Haus
erleuchtete - was natürlich zu einigem Gerede im Dorf geführt haben müsste.
Ihr
Vater wünschte sich, sie nach der Göttin Brigid (Bride) zu nennen.
Vielleicht ja unter anderem auch wegen dieses Lichtstrahles...denn Bride
gilt den Iren auch als flame of knowledge, also Flamme des Wissens.
Ob
sie bereits christlich erzogen wurde oder aber im Jahr 468
konvertierte, wie es in manchen Berichten heißt, lässt sich nicht genau
sagen. Sicher ist nur, dass sie schon von klein auf sehr beeindruckt von
den Predigten Saint Patricks war und sich auch ihre besonderen Begabungen in Heilung und Mitgefühl sehr früh zeigten.
Es
heißt, dass sie durch Handauflegen heilte und ihr Segen den Armen zur
Verbesserung ihrer Lebenssituation verhalf. Ihr Vater war natürlich
nicht sonderlich begeistert, dass sie ein (christlich) religiöses Leben
führen wollte. es soll ihn sogar geärgert haben, dass sie so großzügig
war und keinen Bettler fortschicken konnte. Seiner Ansicht nach war das
des Guten ein wenig zuviel, wenn sie seine Milch und sein Mehl an Gott
und die Welt verteilte. (Mag ja auch sein, dass sie es mit der
Freigiebigkeit etwas übertrieben hat.) Als sie dann auch noch sein
juwelenbesetztes Schwert an einen Leprakranken weitergab, dachte er
sich, sie solle vielleicht doch am besten Nonne werden. Anders konnte
man sich das Mädchen ja kaum noch leisten. So setzte sie letztendlich
ihren Kopf durch (hinter dieser Freigiebigkeit mag ja durchaus
Berechnung gesteckt haben) und wurde in ein Konvent geschickt.
Brigid erhielt den Schleier von Saint Mel
und legte ihre Gelübde ab. Von diesem Zeitpunkt an überschlagen sich
ihre Biographen mit Ereignissen und Legenden.
Eine ganz niedliche, die
wieder einmal den feurigen Aspekt der Göttin Bride betont ist die über
ihre Begegnnung mit dem Bischof, der vor ihrer Aufnahme ins Kloster das
Beitrittgespräch führen und prüfen wollte, ob sie sich denn auch für das
religiöse Leben eignete. Sie wurde vom Feld, wo sie die Kühe versorgte,
hereingerufen und als sie eintrat, wurde sie so von einem Sonnenstrahl
beschienen, dass es aussah, als hätte sie einen flammenden
Heiligenschein um ihren Kopf herum. Als sie ihren Mantel ablegte und
aufhängte, bemerkte der Bischof, dass er an einem Sonnenstrahl hing.
Damit hatte sich das Aufnahmegespräch erledigt...
Nachdem sie Nonne geworden war, soll sie ihr erstes Konvent in Clara, County Offaly, gegründet haben. Andere Gründungen ließen nicht allzulange auf sich warten. Am bekanntesten ist Kildare Abbey,
die sie um das Jahr 470 gründete. Es handelte sich um ein Doppelkloster
sowohl für Nonnen als auch für Mönche in den Ebenen von Cill-Dara, der "Kirche der Eiche". Ihre Zelle wurde auch unter einer großen Eiche erbaut.
Als Äbtissin dieses Klosters übte sie eine recht große Macht aus und auch hier gibt es wieder Legenden. So soll Saint Mel
bei ihrer Äbtissinnenweihe versehentlich den Ritus einer Bischofsweihe
gelesen haben, was sich nicht mehr rückgängig machen ließ. Ob es daran
lag oder nicht, Brigid und ihre Nachfolgerinnen hatten bis zur Synode
von Kell im Jahr 1152 eine Verwaltung ganz ähnlich der eines Bischofs. Wenn ich daran denke, wie die Kelten und auch noch die Keltenchristen die Stellung der Frau sahen, glaube ich ohnehin vielmehr, dass die Bischofsweihe volle Absicht gewesen war.
Brigid
war berühmt für ihren gesunden Menschenverstand und vor allem für ihre
"Heiligkeit". So wurde sie schon zu Lebzeiten ganz wie eine Heilige
angesehen. Kildare Abbey wurde zu einer der angesehensten Abteien in
Irland und war im ganzen christlichen Europa bekannt und berühmt. Es
wird sogar oftmals angenommen, dass das Book of Kells hier geschrieben wurde.
Sie starb am 1. Februar 525 - zu Imbolc - und wurde zunächst am Hochaltar ihrer Abteikirche begraben. Später jedoch wurde ihr Körper nach Downpatrick gebracht, so dass sie an der Seite der beiden anderen Schutzheiligen Irlands ruhen konnte.
2006 wurde die Ewige Flamme für die auf dem Marktplatz von Kildare nach langer Zeit wieder entzündet und brennt seitdem.
Wenig bekannt, aber doch untrennbar mit Brigid verbunden ist ihre Anam Cara (Seelenfreundin) Darlughdach, die auf unserem obigen Gemeinschaftswerk zusammen mit Brigid dargestellt ist.
Darlughdach war Brigids "Botschafterin" und Gesandte. Sie schliefen im gleichen Bett und waren einander so nahe, dass sie auch als Paar angesehen werden.
Es heißt, dass Brigid an ihrem 70. Geburtstag ihrer jüngeren Freundin mitteilte, dass sie nun bald sterben werde. Darlughdachs flehte sie an, am selben Tag sterben zu dürfen, doch Brigis bat sie, noch ein Jahr zu warten, damit sie ihr noch als Äbtissin nachfolgen könne.
Exakt ein Jahr später, am 1. Februar 526, starb dann auch Darlughdach.
Bei Kittredge Cherry gibt es einen Blogpost zu den beiden.
Von Brigid wird auch berichtet, dass sie sehr, sehr angetan von einem guten Bier war. Das macht sie mir gleich doppelt sympathisch. An jedem Ostern braute sie Bier für die Armen...und wie sie sich den Himmel vorstellt, erfährt man in einem Gebet, das ihr zugeschrieben wird.
Saint Brigid's Prayer
I'd like to give a lake of beer to God. I'd love the heavenly Host to be tippling there For all eternity.
I'd love the men of Heaven to live with me, To dance and sing. If they wanted, I'd put at their disposal Vats of suffering.
White cups of love I'd give them With a heart and a half; Sweet pitchers of mercy I'd offer To every man.
I'd make Heaven a cheerful spot Because the happy heart is true. I'd make the men contented for their own sake. I'd like Jesus to love me too.
I'd like the people of heaven to gather From all the parishes around. I'd give a special welcome to the women, The three Marys of great renown.
I'd sit with the men, the women and God There by the lake of beer. We'd be drinking good health forever And every drop would be a prayer.
Viele Menschen begehen den Fehler, dass sie Engel mit dem christlichen
Glauben in Verbindung bringen und lehnen sie somit gerne ab. Ebenso
ergeht es dem Gebet.
Doch beides ist falsch.
Engel sind mit keinem Glauben in Verbindung zu bringen. Sie kommen nämlich durchaus auch in anderen Glaubensstrukturen vor und nicht nur im rein christlich geprägten Glauben. Engel gab es schon
laaaaange bevor es die Menschheit gab. Engel sind und sie können für
jeden da sein, der ihrer Hilfe bedarf.
Genauso verhält es sich mit Gebeten. Ein
Gebet ist kein
antiquitiertes, religiöses Gebrabbel … es ist die pure Manifestation des
Willens und somit kann man wohl sagen, dass ein Gebet nichts anderes
ist als Magie. Denn auch Magie ist die pure Konzentration und
Manifestations des Willens. Wir können durch ein Gebet sehr viel bewirken und Ja, Gebete
funktionieren tatsächlich. Meist zwar auf eine Art und Weise, die wir so
gar nicht erwartet haben – aber – so möchte es das Universum / Gott /
Göttin. Es geht nicht um unsere Erwartungen – es geht darum,
was wirklich das Beste sein mag – auch wenn wir es erst nicht erkennen
können. Ein Gebet muss kein
vorgefertigter Text sein ... manches Mal ist es einfach ein Gespräch mit
Gott / der Göttin (etc.) ... ohne Schüchternheit und Zurückhaltung.
Manchen Menschen fällt es leichter, wenn sie einen Text zur Hand haben
... chanten ... ein Gebet tanzen ... oder oder. Gebete können so sein, wie man es selber braucht. Sie wirken aus dem Tiefsten unserer Seele. Sie sind unabhängig
von der Religion oder der Herkunft. Jeder Mensch kann beten und kein
Gebet ist wichtiger als ein anderes. Sie haben alle Gültigkeit und sind
nicht zu popelig oder zu hochgestochen. Manche Leute bringen
Opfergaben ... als Dank und Unterstützung ihrer Bitte. Das Entzünden
einer Kerze ... Blumenschmuck ... ein Stück Brot / Hostie / Keks ...
Wasser / Wein / Saft ... Salz ... oder andere Dinge.
Gebete kommen in der Regel aus den Tiefen unserer Selbst. Sie tragen in sich eine unglaubliche Energie und wir sollten aus diesem Grunde ehrlich mit uns selbst sein, wenn wir ein Gebet sprechen. Sind es nur hohle Worte ohne Bedeutung oder steckt dahinter der wirkliche Wunsch, eine wirkliche Kommunikation und eine wahre Bedeutung? Wie man betet, wann
man betet ... ist jeder Seele völlig selbst überlassen - wie die
Umsetzung des Gebets erfolgen wird, liegt nicht in unserer Hand. Mit Vertrauen und Glauben ... Hoffnung und dem Willen.
Heute früh beim Blick in den liturgischen Kalender fand ich einen Namen, der mir so gar nichts sagte.
Lüfthild klingt auch recht ulkig und ich nahm mir vor, etwas mehr über diese Heilige zu erfahren.
Und siehe da, sie ist sogar eine Lokalheilige aus dem Rheinland.
Der nach ihr benannte Ort - Lüftelberg bei Meckenheim - hieß früher nur Berg.
Lüfthild oder auch Lüfthildis oder Liuthildis war im 9. Jahrhundert die Tochter des Burgherren von Berg. Ihre Mildtätigkeit stieß nicht bei allen Familienmitgliedern auf Gegenliebe, doch kümmerte sie sich trotz Kritik um die Armen und Kranken.
Sogar Karl den Großen soll sie einmal gerettet haben, als er einen Jagdunfall hatte. Irgendwas hat sie da mit ihrer silbernen Spindel gemacht, mit der sie auch immer dargestellt wird.
Als sich der örtliche Adel um Gebietszuständigkeiten kabbelte, soll sie eingegriffen haben und mit eben dieser Spindel die Grenzen markiert haben - und das zur allgemeinen Zufriedenheit. Im Weiterschreiten tat sich dabei hinter ihr ein Graben auf, den man noch heute bestaunen kann, der Lüfthildis-Graben im Kottenforst.
Von ihrer missgünstigen Stiefmutter misshandelt , zog Lüfthildis aus und lebte fortan als Einsiedlerin. Ihre Lebensgeschichte ist jedoch leider nur bruchstückhaft in einer Schrift aus dem 14. Jahrhundert zu finden. Einige Legenden, die sich um sie ranken, erinnern auch eher an Elisabeth von Thüringen.
Kopf- und Ohrenleiden soll sie jedenfalls kuriert haben, indem sie die Menschen an der kranken Stelle mit ihrer Spindel berührt hat.
Erstmals erwähnt wird sie bei Cäsarius von Heisterbach (und die Klosterruine Heisterbach ist übrigens ein sehr nettes Ausflugsziel) im Jahre 1222.
Lüfthildis' Patronat umfasst Augen- , Kopf- und Ohrenleidende, weiteren Quellen zufolge auch Opfer von Kindesmisshandlung und Obdachlose.
Dargestellt wird sie als junge Frau mit einer Spindel, Blüten, Ginsterrute und einem Kirchenmodell.
Gestorben ist sie vermutlich an einem 23. Januar und ihr heutiger Gedenktag wird auch Winterlüfthildis genannt. Ihr Grab befindet sich in der Kirche St. Petrus in Lüftelberg. Hier finden auch jedes Jahr die Lüfthildis-Mysterienspiele statt.
Hier habe ich noch einen sehr interessanten Artikel gefunden, der Parallelen zu Frau Holle zieht.
Dymphna wurde in Irland als Tochter eines Chieftains
(Stammesfürsten) geboren. Es wird vermutet, dass die im 7. Jahrhundert der Fall war.
Die Legende sagt:
Sie war erst 15 Jahre alt, als ihr geliebte Mutter
starb. Nach dem Tode seiner Frau suchte Dymphna's Vater nach einer
anderen Frau, die seiner geliebten Frau gleich kam. Doch seine Suche war
vergeblich. Monate lang war er fort gewesen und als er wieder zu Hause
eintraf, so wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass seine Tochter ja
ganz nach der Mutter käme ... von seiner Trauer und wohl geistigen
Verklärtheit übermannt, machte er seiner Tochter eindeutige sexuelle
Angebote.
Dymphna floh vor den Nachstellungen ihres eignen
Vaters. Ihre Flucht führte sie, gemeinsam mit einem älteren Priester und
Freund der Familie, der Heilige Gerebernus, nach Belgien.
Ihr
Vater jedoch machte sich auf die Suche nach ihr und spürte sie letzten
Endes in Gheel, Belgien, auf. In seiner Rage köpfte der Gerebernus, der
sich schützend vor das Mädchen gestellt hatte und den Vater zur Vernunft
bringen wollte. Dymphnas Vater verlangte von ihr, dass sie sich ihm
ergebe und mit ihm nach Hause käme ... doch sie widersetzte sich ihm und
in seiner Wut tötete er seine eigene Tochter.
Der Ort an dem sie
starb ist heute bekannt für seine wundesamen Heilungen der Wahnsinnigen
und Besessenen. Ein bekanntes Institut steht heute an diesem Ort und
ihre Gebeine sollen anscheinend Geisteskrankheiten und Epilepsie heilen.
Die
Heilige Dymphna ist wohl auch noch unter “Dimpna” oder “Dympna”
bekannt und ist vielleicht ebenso gleichzusetzen mit den irischen
Heiligen Davets und Damhnait (Damhnade). Ihr Festtag ist der 15. Mai und
sie ist die Patronin jener, die unter einer Geisteskrankheit oder
Nervenleiden erkrankt sind, Epileptikern, Menschen die im mental
geistigen Bereich arbeiten, Inzestopfern und Ausreißern.
Weibliche Ordensritter vermag man sich im Mittelalter irgendwie überhaupt nicht vorzustellen, doch hat es sie tatsächlich gegeben. Es gab sogar rein weibliche Ritterorden, so z.B. den Orden del Hacha in Katalonien, also den Orden von der Axt.
So kämpferisch der Name klingt, so wüst war auch der Anlass zur Ordensgründung.
Gründer war im Jahr 1149 Raymond Berenger IV., Graf von Barcelona, der damit die Frauen ehren wollten, welche die Stadt Tortosa gegen die Mauren verteidigt hatten. (Tortosa war von den Mauren erobert und 1148 von einem Teilheer des Zweiten Kreuzzuges für Raymond zurückgewonnen worden.) Sie hatten sich in Männerkleidung geworfen und gekämpft, was das Zeug hielt, als sie gewahr wurden, dass der Ort aufgegeben werden sollte.
Die Damen (der weibliche Ritter an sich heißt "Dame") erhielten diverse Privilegien; so wurden sie von den Steuern ausgenommen und wurden bei öffentlichen Veranstaltungen den Männern vorangestellt.
Die Ordenskleidung des Orden del Hacha waren ein langer Rock und eine
karmesinrote Kapuzinermütze, auf die eine Axt gestickt wurde.
Ordensemblem des Orden del Hacha auf einem Steinrelief im Kreuzgang der Kathedrale von Tortosa, 14. Jh.
Nach Ashmole, The Institution, Laws, and
Ceremony of the Most Noble Order of the Garter (1672), Kapitel 3 nannten sie sich Cavalleras, Equitissae und Militissae.
Die Ritterwürde ging auf ihre Nachkommen über und sämtliche Wertgegenstände, die ihre verstorbenen Männer hinterließen, blieben in ihrem Besitz.
In Italien gab es den Orden der glorreichen Heiligen Maria, auch Ordo Militiae Mariae Gloriosae, Orden der Heiligen Jungfrau Maria, Orden der Heiligen Maria vom Turm oder Orden der Ritter der Gottesmutter. Dieser wurde 1233 von Loderigo
d'Andalò in Bologna gegründet und 1261 von Papst Alexander IV. anerkannt. (Manche sagen auch Urban IV. Dieser war der unmittelbare Nachfolger Alexanders.) Dieser Orden war der allererste, welcher Frauen im Rang einer Militissa aufnahm. Zeichen des Ordens war ein Templerkreuz mit zwei sechszackigen Sternen.
Die Mitglieder waren auch bekannt als Frati Gaudenti, fröhliche Brüder. Vielleicht waren sie ja so fröhlich, weil sie Frauen in ihren Reihen hatten... In Bologna existierte der Orden bis 1589, in Treviso bis 1737.
Auch der von Edward III. von England gegründete Hosenbandorden nahm bereits kurz nach seiner Entstehung Frauen auf. Edward selbst nahm 10 Jahre nach Ordensgründung seine Frau Philippa of Hainault als Lady of the Garter in den Orden auf, ein Jahr vor seinem Tod seine Tochter Isabella. Die Ladies of the Garter trugen das Band am linken Arm; einige von ihnen sind auch auf ihren Grabbildern damit dargestellt.
Heute sind ca. 20% der Mitglieder weiblich.
In den Niederlanden gab es auf Initiative einer Catherine Baw 1441 diverse Ordensgründungen für Damen aus adeligen Familien, welche dann die Titel Chevalière oder Equitissa trugen.
Auch der Souveräne Ritter- und Hospitalorden vom heiligen Johannes von Jerusalem von Rhodos und von Malta hatte weibliche Mitglieder, die Sœurs Hospitalières. In Aragon gab es Konvente des Ordens, denen eine commendatrix vorstand, ebenso in Frankreich in Beaulieu, Martel und Fieux. England hatte von der Zeit Henrys II. bis 1540 ein Schwesternkonvent in Buckland.
Auch der Santiagoorden nahm nicht lange nach seiner Gründung Frauen auf; die Konvente wurden geführt von einer Priorin, commendatrix odercommendadora. Im Ganzen waren es sechs:
Santa
Eufenia de Cozuelos im nördlichen Kastilien, San Spiritu de Salamanca, Santos-o-Vello
in Portugal, Destriana bei Astorga, San Pedro de la Piedra bei Lérida sowie
San Vincente de Junqueres.
Wer jetzt Spaß daran hat, nicht nur über Militissen, sondern auch über kriegerische Frauen zu lesen, kann das z.B. auf der Seite Women Warriors in History tun.